Das Lob des intimen Kenners: László Földéniy und die Melancholie

László Földéniys „Lob der Melancholie“ (Matthes & Seitz) ist eine verschriftlichte Quintessenz menschlicher Auseinandersetzungsstrategien über die eigenen unüberwindbaren Existenzgrenzen, die zwischen einem liebevollen Portrait und einem persönlichen Reiseführer changiert. von Amanda Beser László Földéniy ist nicht nur ein enthusiastischer Kulturtheoretiker, sondern auch ein neugieriger Weltenbummler. Die ‚Rätsel dieser Erde‘ führten ihn zur Melancholie. In seinem neu…

Oleg Senzow ist frei!!! Wir lesen seine Geschichten

Oleg Senzow ist ein ukrainischer Filmemacher und Autor und seit 2014 bis vor Kurzem in russischer Haft wegen der angeblichen Planung von terroristischen Handlungen. Senzow, der sich bei der Maidanbewegung sehr aktiv engagiert hat, sagte zu Beginn seines Prozesses: „Der Maidan war das Wichtigste, was ich in meinem Leben geleistet habe“. Seit Jahren führten seine…

‘Was soll man mit einer solchen Familie anfangen?’ „Das Blut ist blau“ von Undinė Radzevičiūtė

Familienstreit. Damit fängt es an. Tante und Mutter streiten sich. Mutters Tochter Undinė interessiere sich nicht für die Geschichte der eigenen Familie, sagt die Tante. Das stimmt eigentlich, aber um den Streit zu schlichten, vertieft sich Undinėin ihren Stammbaum. Gleich zu Beginn ihrer Ahnensuche macht Undinė eine schockierende Entdeckung – Ihre blaublütigen Verwandten, so viel…

Die Auflösung im anderen: „Eine Liebe in New York“ von Tadeusz Dąbrowski

Ein junger polnischer Dichter trifft auf seiner Lesereise in den Staaten auf eine jüngere Frau, die ihn um den Verstand bringt: Megan. Aus ihrer zufälligen Begegnung in einer New Yorker U-Bahn entspannt sich ein Spiel des Begehrens mit all seinen (unvorhersehbaren) Konsequenzen. von Ricarda Fait „Heute habe ich aus deinem Aktfoto ein Auge ausgewählt /…

Immer unterwegs: „Unrast“ von Olga Tokarczuk

„Reg dich, beweg dich, los, Bewegung, Unrast. Nur so kannst du ihm entkommen. Er, der die Welt beherrscht, hat keine Macht über die Bewegung und weiß, dass unser Körper in Bewegung heilig ist, nur dann kannst du ihm entgehen, wenn du dich bewegst. Er aber hat die Herrschaft über das, was so unbeweglich und erstarrt…

Eine warme Satire auf das ‚trashy‘ Leben

Die Science-Fiction-Mockumentary Trash on Mars des tschechischen Regisseurs Benjamin Tuček enthüllt die absurde Wahrheit des Lebens und der menschlichen Natur. von Yueqi Wu Diese schwarze Zivilisationssatire spielt in einer Zeit, in der die Kolonisation von Planeten keine vielverlangende Aktion mehr ist: Eine Reise zum Mars ist erschwinglich und als Konzept sogar veraltet. Der Film erzählt pseudo-dokumentarisch von einer Mission einer tschechischen Expeditionsgruppe,…

„Männer im Abseits“ von Karel Poláček

Die Fußballweltmeisterschaft Frauen ist vor Kurzem zu Ende gegangen, die deutsche Mannschaft ist im Viertelfinale ausgeschieden. Das größte Thema dieser Weltmeisterschaft war die gerechte Anerkennung der Leistung und gleiche Bezahlung. In der Zeit, in der das vorliegende Buch spielt, ist es undenkbar, dass Frauen Fußball spielen; und vielleicht ist der Roman für die heutige Zeit…