„Tina hat Mut. Ein Bilderbuch aus Georgien“ von Tatia Nadareischwili

Tatia Nadareischwili ist für das deutschsprachige Publikum bereits durch Ihren Vorgängertitel „Schlaf gut“ bekannt geworden, der 2017 zweisprachig (in georgischer und deutscher Sprache) kurz vor dem Gastlandauftritt Georgiens auf der Frankfurter Buchmesse erschienen ist. Wir haben das wunderbare Debüt bei uns ebenfalls vorgestellt – hier geht es zum Text. Nun hat die junge georgische Illustratorin und Kinderbuchautorin mit „Tina hat Mut“ (Baobab Books) ein weiteres Buch vorgelegt, das durch seine einzigartige Ästhetik und seine faszinierende Geschichte die Leser*innen begeistert.

von Irine Beridze

Tatia Nadareischwili setzt aus ihren Kindheitserinnerungen eine Geschichte mit einem kleinen Mädchen namens Tina zusammen, die mit ihren Eltern in einem Dorf in Georgien lebt. Nachdem sich der Vater auf eine lange Reise begibt, muss sie den Mut finden, den Ort um das Haus herum genauer zu erkunden. Diese abenteuerliche Reise wird von einem roten Hund Poppy begleitet, der aus der Kindheit der Autorin nun in dieses Buch seinen Platz findet.

Der grüne Bambuswald, der zunächst für Tina und ihren treuen Hund Poppy eine unüberwindbare Grenze zum Geheimnisvollen markiert, wird mit der Zeit zu einem Ort des Abenteuers. Schritt für Schritt und immer mehr neue Rätsel entschlüsselnd kommen die beiden im Wald voran, bis sie zu einem Baumhaus gelangen und dort einen Jungen namens Kosta kennenlernen. Eine wichtige Freundschaft wird geschlossen und der Wald wird damit doch noch zu einem vertrauten Ort.

In einem minimalistisch ausgefallenen Setting reicht der Autorin ein Haus, ein Bambuswald und ein Hund völlig aus, um eine faszinierende Kindergeschichte zu erzählen. Mit einem genauen Gefühl für Farben und dezente Linien, entwirft Nadareischwili einen Raum mit georgischen folkloristischen Symbolen, wie das typisch georgische Landhaus aus Holz, das anfangs in einem dominanten Rot erscheint. Außerdem werden wichtige Details der georgischen Kultur gekonnt in die Erzählung eingebunden, wie der Tontopf, der in der Erde eingegraben ist und der in der georgischen Weinkultur eine wichtige Rolle spielt –„Kwewri“ ist ein Tonfass, in dem die Georgier seit mehreren Jahrhunderten ihren Wein unter der Erde aufbewahren.

Tatia Nadareischwili hat ein genaues Gefühl dafür, wie es einem gelangen kann, mit minimalistischen zeichnerischen Techniken und in ausgewogenen Pastelfarben eine fesselnde Kindergeschichte erzählen zu können. „Tina hat Mut“ (aus dem Georgischen übersetzt von Rachel Gratzfeld) ermuntert die kleinen Leser*innen dazu, die Ängste zu überwinden und stets die Zauberkraft der Natur für sich zu entdecken.

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