Eine moderne Odyssee: „Grenzgänge“ von Pajtim Statovci

“Niemand ist gezwungen, der Mensch zu sein, als der er geboren wurde, stattdessen kann man sich zusammensetzen wie ein Puzzle.” Grenzen gibt es viele: Neben den geografischen prägen uns auch die sozialen, selbst- oder fremdbestimmt. In Pajtim Statovcis Debütroman „Grenzgänge“ (Luchterhand Literaturverlag) werden diese übertreten, indem der junge Albaner Bujar versucht, seinen Platz auf der…

100 Karten über die Ukraine

KATAPULT sollte mittlerweile nicht nur Kartenfreunden ein Begriff sein. Die Redaktion mit Sitz in Greifswald baut aus den Statistiken und Studien der Sozialwissenschaften vereinfachte und detaillierte Grafiken, die als Magazin und im dazugehörigen Verlag gemeinsam mit Romanen und Sachbüchern verlegt werden. Dass die Journalistinnen und Journalisten und das gesamte Team rund um KATAPULT einen wahnsinnig…

Am Abgrund: “Der Dschungel von Budapest” von Jerome P. Schaefer

Budapest in den 90er Jahren: Mehrere Anschläge und ein Mafiakrieg erschüttern die Stadt. Der Privatdetektiv Tamás erhält den Auftrag, Frau und Kind eines bekannten Anwalts zu schützen. Als dieser ums Leben kommt, gerät auch Tamás ins Visier der Mörder. Jerome P. Schaefers “Der Dschungel von Budapest” (Transit) wirft uns direkt in das düstere Budapest, in…

Bericht einer Mörderin: “Ein Tod für ein Leben” von Jurica Pavicic

“Alles wäre anders gekommen, wenn dir da nicht hingegangen wären. Dann wäre dein Leben ganz anders verlaufen, und meins vielleicht auch.” Elf Jahre sitzt Bruna in Haft. Elf Jahre für einen Mord, der ihr Leben besser machen sollte.Mit Mitte 20 hatte sie keine großen Ziele, als sie auf einer Party ihren späteren Mann, einen Kapitän,…

Things that just make sense in a bomb shelter: “24. Februar … und der Himmel war nicht mehr blau” von Valeria Shashenok

Ihre Videos aus dem Bunker in ihrer Heimatstadt Tschernihiw im Norden von Kiew erreichten Millionen von Menschen: Valeria Shashenok ist Fotografin und wurde über Nacht durch ihren TikTok-Kanal weltberühmt. In „24. Februar… und der Himmel war nicht mehr blau“ (story.one.) erzählt sie ihre persönliche Geschichte. Sie erzählt davon, wie der Krieg grausam in ihren Alltag…

Verdammte Allneunziger: “Die verschissene Zeit” von Barbi Markovi´c

“Fick dich. Vor lauter Beine-Übereinander Schlagen, Mich-für-alles-schämen-Müssen, Mich-Bemühen, dass ich schön bin, aber nicht vergewaltigt werde, vor lauter Gelbe-Schlafanzüge-statt-Spielzeuge-und-Technik-zu-Silvester-bekommen bin ich verrückt geworden, und deswegen habe ich manchmal diese Lachanfälle. Ich lache mich tot angesichts meiner Aussichten. Uups, es kommt schon wieder einer. HAHAHAHAHAHAHA.” Sie hat es schon wieder getan: Die serbisch-österreichische Schriftstellerin Barbi Marković…

Ein Künstlerleben: „Die Stadt“ von Walerjan Pidmohylnyi

“Kyjiw! Das war die große Stadt, in der er studieren und leben würde. Das war das Neue, in das er eintauchen wollte, um seine langgehegten Träume zu verwirklichen.” Im Kyjiw der 20er Jahre versucht der junge Dörfler Stepan, sein Glück zu finden: Er will die Universität besuchen und seine Erfahrungen nutzen, um in seiner Heimat…

(Fiktive) Welt am Abgrund: „Outpost – Der Posten“ von Dmitry Glukhovsky

Klimakatastrophe, Krieg, Corona: Die Welt, wie wir sie aktuell erleben müssen, fühlt sich an, wie eine Entrückung, als würden wir am Rande eines Abgrunds balancieren. In dieser Zeit zu einem Buch zu greifen, was einen Schritt weitergeht, was nach dem Zerfall der modernen Gesellschaft spielt, ist fast schon makaber. Sich aus einer irrealen Welt in…

Von Ungarn in Deutschland: “Hotel Budapest, Berlin …” von Thomas Sparr

1918, 1944, 1956, 1989: Vier Schicksalsjahre des ungarischen Jahrhunderts. Vier Jahre, an denen der Literaturwissenschaftler Thomas Sparr die kulturellen Beziehungen der Ungarn in Deutschland und der Deutschen in Ungarn mitsamt ihren Auswirkungen beschreibt. So erfahren wir als Leser seines Buchs „Hotel Budapest, Berlin …“ (Berenberg Verlag) vom Austausch der wichtigsten Vertreter der deutschen und ungarischen…

Looking for myself: Spielfilmdebüt „Looking for Venera“ von Norika Sefa

Wie weit kommt man als junge Frau in einem post-kriegerischen patriarchalen Land auf der Suche nach dem wahren Ich? Diese Frage stellt die kosovarische Regisseurin Norika Sefa in ihrem „coming-of-age“ – Spielfilmdebüt „Looking for Venera“ (Nё kёrkim tё Venerёs, 2021). „Ich habe meine Eltern nie beim Küssen gesehen“, – sagt Venera zu ihrer besten Freundin…