Kurzvorstellung|Kindheit und Jugend in der zerfallenden UdSSR: “Camel Travel” von Volha Hapeyeva

Das kleine Buch “Camel Travel” von Volha Hapeyeva (erschienen im Literaturverlag Droschl, in einer Übersetzung von Thomas Weiler) versammelt literarische Erinnerungen an die Kindheit und Jugend der Autorin. 1982 in Minsk geboren, schreibt Hapeyeva in kurzen Szenen über das Aufwachsen in der zerfallenden UdSSR, über prägende und tragische Momente. Es geht um ihre Schulzeit, um…

Liebesgeschichten von Tschingis Aitmatow

Drei ungewöhnliche Liebesgeschichten hat der Züricher Unionsverlag gesammelt herausgegeben. Es handelt sich dabei um besondere Erzählungen von Liebeserfahrungen aus der Feder Aitmatows. Die bekannteste von ihnen, Dshamilja, und Mitbegründerin des Aitmatow‘schen literarischen Renommees, ist ebenso aufgeführt, wie die herzzerreißenden Du meine Pappel im roten Kopftuch und Aug in Auge. Auch wenn es nicht an einem…

Zwei Kurzgeschichtenbände: “Gesammelte Scherben” und “Wenn du ankommst, ruf mich an”

Kristin Dimitrova gehört zu den wichtigen zeitgenössischen Stimmen des literarischen Bulgariens. Trotz ihrer Bekanntheit in ihrem Heimatland, ist sie im deutschsprachigen Raum bisher eher unentdeckt geblieben. Erst im November 2020 erschienen ausgewählte Kurzgeschichten als “Wenn du ankommst, ruf mich an” im Schweizer Indieverlag INK press. Übersetzt wurden diese von Viktoria Dimitrova Popova, zu jeder Geschichte…

Spiel um Macht: “Revolution” von Viktor Martinowitsch

“Also (Trommelwirbel), ich heiße Michail Alexejewitsch German, und ich werde euch erzählen, was Macht ist.” Revolution: Sturz der Mächtigen, eine Veränderung der Machtverhältnisse, oft mit Gewalt und Leid verbunden. Viktor Martinowitschs gleichnamiger Roman, bei Voland & Quist in einer Übersetzung von Thomas Weiler erschienen, versetzt uns in ein düsteres Moskau, das marionettenartig vom sogenannten Pantheon…

Eine Graphic Novel aus Litauen – „Sibiro Haiku“

Der schweizerische Verlag Baobab Books erfreut uns immer wieder mit toller Kinderliteratur aus Mittel- und Osteuropa. Dieses Mal durften wir allerdings eine ganz besondere Graphic Novel-Geschichte aus Litauen lesen und rezensieren – „Sibiro Haiku“ von Jurga Vilė (Text) und Lina Itagaki (Illustration) erzählt im Text und Bild eine bewegende Geschichte des Jungen Algis, der mit…

Erzählungen aus dem Gulag: “Taiga” von Sergej Maximow

“Die Geheimnisse von Leben und Tod verbanden sich zu einem dämonischen, disharmonischen Akkord.” Über das Leben im Gulag gibt es zahlreiche Augenzeugenberichte, Romane und Biografien. Was die vielen Strafgefangenen erleiden mussten, ist für uns nur schwer vorstellbar und würde ohne die Beschreibungen wohl eher in Kategorien fallen, die wir nicht glauben könnten und lieber als…

Gut gefaked: “Mein abenteuerliches Leben als Hochstapler” von Georges Manolescu

Er stahl, betrug und kam immer wieder damit davon: In “Mein abenteuerliches Leben als Hochstapler” (Manesse Verlag) schreibt der Hochstapler Fürst Lahovary bzw. Georges Manolescu von seinem Leben, seinen Lügen und seinen Lastern. Die Übersetzung dieser ganz besonderen Biografie stammt aus dem Französischen von Paul Langenscheidt. Es liest sich alles zu einfach, um wahr zu…

Hilferuf: “Immer wenn ich meine Augen schließe” von Zoltán Böszörményi

“Auch ich schließe die Augen. Sehe Mami vor mir. Sage ihr, wie schrecklich müde ich bin. Sie nimmt meine Hand: Schlaf, meine Kleine, schlaf!” In seinem Roman “Immer wenn ich meine Augen schließe” (mitteldeutscher verlag) schildert der ungarische Autor Zoltán Böszörményi die Gedanken und Gefühle eines kleinen Mädchens, das langsam verschwindet. Mit elf Jahren wiegt…

Protokoll eines Lebens: “Späte Gegend” von Lida Winiewicz

“Späte Gegend – so heißt bei uns die, wo ich her bin. Weil alles später reift. Wenn überhaupt: Manches reift gar nicht.” “Späte Gegend” ist die Erzählung einer, wohl zum Glück, größtenteils vergangenen Welt. In dem Roman beschreibt die österreichische Autorin Lida Winiewicz das Leben einer namenlosen Frau, die, vor dem Ersten Weltkrieg geboren, auf…