Zwei Kurzgeschichtenbände: “Gesammelte Scherben” und “Wenn du ankommst, ruf mich an”

Kristin Dimitrova gehört zu den wichtigen zeitgenössischen Stimmen des literarischen Bulgariens. Trotz ihrer Bekanntheit in ihrem Heimatland, ist sie im deutschsprachigen Raum bisher eher unentdeckt geblieben. Erst im November 2020 erschienen ausgewählte Kurzgeschichten als “Wenn du ankommst, ruf mich an” im Schweizer Indieverlag INK press. Übersetzt wurden diese von Viktoria Dimitrova Popova, zu jeder Geschichte…

Spiel um Macht: “Revolution” von Viktor Martinowitsch

“Also (Trommelwirbel), ich heiße Michail Alexejewitsch German, und ich werde euch erzählen, was Macht ist.” Revolution: Sturz der Mächtigen, eine Veränderung der Machtverhältnisse, oft mit Gewalt und Leid verbunden. Viktor Martinowitschs gleichnamiger Roman, bei Voland & Quist in einer Übersetzung von Thomas Weiler erschienen, versetzt uns in ein düsteres Moskau, das marionettenartig vom sogenannten Pantheon…

Eine Graphic Novel aus Litauen – „Sibiro Haiku“

Der schweizerische Verlag Baobab Books erfreut uns immer wieder mit toller Kinderliteratur aus Mittel- und Osteuropa. Dieses Mal durften wir allerdings eine ganz besondere Graphic Novel-Geschichte aus Litauen lesen und rezensieren – „Sibiro Haiku“ von Jurga Vilė (Text) und Lina Itagaki (Illustration) erzählt im Text und Bild eine bewegende Geschichte des Jungen Algis, der mit…

Erzählungen aus dem Gulag: “Taiga” von Sergej Maximow

“Die Geheimnisse von Leben und Tod verbanden sich zu einem dämonischen, disharmonischen Akkord.” Über das Leben im Gulag gibt es zahlreiche Augenzeugenberichte, Romane und Biografien. Was die vielen Strafgefangenen erleiden mussten, ist für uns nur schwer vorstellbar und würde ohne die Beschreibungen wohl eher in Kategorien fallen, die wir nicht glauben könnten und lieber als…

Gut gefaked: “Mein abenteuerliches Leben als Hochstapler” von Georges Manolescu

Er stahl, betrug und kam immer wieder damit davon: In “Mein abenteuerliches Leben als Hochstapler” (Manesse Verlag) schreibt der Hochstapler Fürst Lahovary bzw. Georges Manolescu von seinem Leben, seinen Lügen und seinen Lastern. Die Übersetzung dieser ganz besonderen Biografie stammt aus dem Französischen von Paul Langenscheidt. Es liest sich alles zu einfach, um wahr zu…

Hilferuf: “Immer wenn ich meine Augen schließe” von Zoltán Böszörményi

“Auch ich schließe die Augen. Sehe Mami vor mir. Sage ihr, wie schrecklich müde ich bin. Sie nimmt meine Hand: Schlaf, meine Kleine, schlaf!” In seinem Roman “Immer wenn ich meine Augen schließe” (mitteldeutscher verlag) schildert der ungarische Autor Zoltán Böszörményi die Gedanken und Gefühle eines kleinen Mädchens, das langsam verschwindet. Mit elf Jahren wiegt…

Protokoll eines Lebens: “Späte Gegend” von Lida Winiewicz

“Späte Gegend – so heißt bei uns die, wo ich her bin. Weil alles später reift. Wenn überhaupt: Manches reift gar nicht.” “Späte Gegend” ist die Erzählung einer, wohl zum Glück, größtenteils vergangenen Welt. In dem Roman beschreibt die österreichische Autorin Lida Winiewicz das Leben einer namenlosen Frau, die, vor dem Ersten Weltkrieg geboren, auf…

“Von alten Herzen und Schwertern” von Aka Mortschiladse

“In den alten Tagen passierte derlei viel öfter. Sehr oft sogar. Es sollte genügen, zu sagen, dass es immer um Liebe ging, so wie bei allem anderen auch.” Aka Mortschiladse (1966 in Tbilissi geboren) zählt zu den wichtigsten literarischen Stimmen seinen Landes, der in seinen Romanen immer wieder die Vergangenheit in den Fokus rückt, in…

Iwan Bunins Erzählungen: “Leichter Atem” und “Ein Herr aus San Francisco”

Iwan Bunin erhielt als erster russischer Schriftsteller 1933 den Nobelpreis für Literatur. 1870 in Woronesch geboren, emigrierte er 1920 nach Paris, wo er 1953 starb. Sein Werk umfasst zahlreiche Novellen und Kurzgeschichten, ein Revolutionstagebuch sowie Reisebeschreibungen. Der Dörlemann Verlag veröffentlicht diese in hochwertiger Aufmachung und setzt dem Autor so erneut ein literarisches Denkmal. 2003 startete…

Kein stilles Buch – „Straumēni“ von Edvarts Virza

Mit Straumēni von Edvarts Virza veröffentlicht der Guggolz Verlag Berthold Forssmans deutsche Übersetzung eines lettischen Klassikers aus dem Jahr 1933, der den Alltag auf einem ländlichen Gutshof im Verlauf eines Jahres nachzeichnet. Wer sich auf die Ruhe des vormodernen Landlebens einlässt, den erwarten nicht nur leise Töne.  von Christiane Schäfer Den Inhalt von Edvarts Virzas ‚Prosapoem‘…