Lesetipps: dreimal Sachbuch

Sicher strebt es vielen in der aktuellen Zeit nach heiteren Lektüren, die Ablenkung versprechen, dennoch möchten wir euch im folgenden Beitrag kompakt drei Sachbücher vorstellen und empfehlen. von Annika Grützner Bogdan Musial: “Mengeles Koffer – Eine Spurensuche” (Osburg Verlag)Es soll die historische Entdeckung des neuen Jahrtausends werden: Über Bekannte erhält der deutsch-polnische Historiker und Autor…

(Wieder) entdeckt: Leonid Zypkin

“Leonid Zypkin hat kein dickes Buch geschrieben. Aber er hat eine große Reise gemacht.”, schreibt die Schriftstellerin, Publizistin und Regisseurin Susan Sontag in ihrem begeisterten Vorwort zu “Ein Sommer in Baden-Baden”. In der Tat ist der Werdegang des literarischen Werkes Leonid Zypkins ein beeindruckender und dramatischer, der den politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der zweiten Hälfte…

Ein Leben in der gewählten Einsamkeit: “Wolgakinder” von Gusel Jachina

Der russischsprachigen Autorin Gusel Jachina gelang mit ihrem Debüt “Suleika öffnet die Augen” (Aufbau Verlag) über eine junge Frau, die in den 30er-Jahren nach Sibirien deportiert wird, ein Welterfolg. Ihr zweiter Roman “Wolgakinder” (Aufbau Verlag) versetzt die Leserinnen und Leser noch ein Stück weiter zurück in die Vergangenheit der Deutsch-Russischen Geschichte. 1916 führt der Schulmeister…

Leben am Gleis: “Der Nulluhrzug” von Juri Buida

“Alles, was ich habe, ist hier. Und wenn dieses alles der Nuller ist und für den Nuller, dann ist alles, was ich habe, der Nuller. Egal, wie er ist. Empfangen und weiterleiten. Auf den Punkt.” Von Annika Grützner Stacheldraht, Wachhunde und die Aufgabe, den sogenannten Nulluhrzug ohne Probleme passieren zu lassen. Das ist der Alltag…

Die Seele(n) einer Region: „Das Buch vom Kaspischen Meer“ von Wassili Golowanow

von Annika Grützner Das Kaspische Meer ist der größte See der Welt. An ihn grenzen Dagestan, Aserbaidschan, der Iran, Turkmenistan und Kasachstan – Länder, geprägt von den geografischen und politischen Umschwüngen des letzten Jahrhunderts. Eine Sehnsucht nach ihnen und den Wunsch, die Seele dieser Länder zu erforschen, treiben den in Moskau lebenden russischen Journalisten und…

Dreimal btb-Taschenbuch: „Mova“ von Viktor Martinowitsch, „Italienische Stunden“ von Marina Stepnowa und „Balkan Blues“ von Elvira Mujčić

von Annika Grützner Bücher versetzen uns in fremde Welten. Der weißrussische Autor Viktor Martinowitsch nimmt diese Aussage in seinem dystopischen Roman „Mova“ so ernst, wie es nur geht, und lässt die Menschen in seiner Geschichte durch die sogenannten Mova-Texte high werden. Der Inhalt dieser Briefe ist gleichgültig, immer geht es darum, durch das Lesen in…

Zwei Schriftstellerinnen, zwei Geschichten, zwei Verfolgte

Zwei Schriftstellerinnen, ein Jahrhundert und zwei Geschichten geprägt von Verfolgung und dem Gefühl des Eingesperrt-Seins. Ljudmila Petruschewskaja beschreibt in „Das Mädchen aus dem Hotel Metropol“ die Anfänge ihres Lebens bis in die ersten Berufsjahre als Journalistin in Moskau, die Rumänin Kristiane Kondrat hingegen beschäftigt sich in ihrem Roman „Abstufung dreier Nuancen von Grau“ mit der…

Reise aus der Vergangenheit: „Luftgänger“ von Jewgeni Wodolaskin

In Jewgeni Wodolaskins „Luftgänger“ (Aufbau Verlag) erwacht ein Mann ohne Erinnerung in einem Krankenhaus, nicht einmal mehr sein Name fällt ihm ein. Stück für Stück kehren dann allerdings Szenen aus seiner Vergangenheit zurück. Es entstehen Bilder von der Russischen Revolution, von Verfolgung und dem Gefängnis, von dem Lager. Innokenti Platonow begreift schnell, dass er ein…

Zweimal Strugatzki: „Der Montag fängt am Samstag an“ und „Hotel zum verunglückten Bergsteiger“

von Annika Grützner Sie zählen zu den bedeutendsten und erfolgreichsten russischen Autoren der Nachkriegszeit: Die Brüder Arkadi und Boris Strugatzki haben mit ihren schrägen Geschichten Kultstatus erlangt. Mit „Der Montag fängt am Samstag an“ (Heyne) und „Hotel zum verunglückten Bergsteiger“ (Golkonda Verlag) sind zwei Neuauflagen auf dem Buchmarkt veröffentlicht worden, Letztere sogar erstmals auf Deutsch,…

Abgebrochen: „Sumerki“ von Dmitry Glukhovsky

von Annika Grützner Bereits im letzten Jahr haben wir euch einen der wichtigsten zeitgenössischen russischen Autoren in einem Interview vorgestellt: Dmitry Glukhovsky. Der in Moskau und in Barcelona lebende Autor hat sich mit seiner Metro-Reihe einen festen Platz in der dystopischen Literaturwelt geschaffen und begeistert jedes Jahr Millionen von Leserinnen und Leser. Mit „Sumerki“ hat…