“Heute ist Mittwoch” von David Albahari

“Wir befinden uns ständig am Rand, am Ende von Etwas, das einem Anfang ähnlich war und uns dann ohne Hinweis auf unser weiteres Leben im Stich ließ.” David Albahari zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Serbiens und erhielt für seine Werke zahlreiche renommierte Literaturpreise. Mit “Heute ist Mittwoch” (erschienen bei Schöffling & Co. in einer…

Ein Jahrhundert Geschichte: Erinnerungen und Biografien

Der Zweite Weltkrieg, die Zeit des Eisernen Vorhangs und zunehmende Globalisierung mit dem Zerfall alter Strukturen sind wiederkehrende Elemente in vielen Texten europäischer SchriftstellerInnen. In diesem Beitrag möchten wir euch drei aktuelle Werke vorstellen, in denen sich ihre VerfasserInnen mit der Geschichte fiktiver und realer Figuren auseinandersetzen. von Annika Grützner Der 1966 in Sarajevo geborene…

Schmerzhafte Erinnerungen: “Die Nacht, als ich sie sah” von Drago Jančar

von Annika Grützner Welche Erinnerungen bleiben, wenn eine Person verschwindet? In “Die Nacht, als ich sie sah” (Folio Verlag) schreibt Drago Jančar, einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Sloweniens, in Romanform aus fünf verschiedenen Erzählperspektiven über das Schicksal von Veronika Zardik, einer jungen Frau, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschwand und deren Schicksal erst…

Zweimal Kurzgeschichten von Ismail Kadare und Jurica Pavičić

von Annika Grützner Ismail Kadare ist Albaniens berühmtester Autor – und ein „Dauerverdächtiger“ für den Nobelpreis. In seinen Erzählungen geht es um die Geschichte seiner Heimat. In einer präzisen Sprache gibt er dabei das Leben in den engen Steingassen der Gebirgssiedlungen wieder, die voller Leben sind. „Geboren aus Stein“, das nun im Fischer Verlag erschienen…

Stadt und Land: „Erinnerung an den Wald“ und „Das Mundstück“

Die Gegenwartsliteratur beschäftigt sich immer mehr mit den Gegensätzen zwischen Stadt- und Landrealitäten. Die aktuellen Land- und Stadtromane schaffen teilweise unterschiedliche Lebenswelten, denen auf den ersten Blick nichts verbindet. Mit den folgenden zwei Rezensionen wollen wir euch zwei Titel vorstellen, die mit dem  Stadt-/Landmotiv spielen. von Annika Grützner Die Welt des Protagonisten von Damir Karakaš…

Zwei Schriftstellerinnen, zwei Geschichten, zwei Verfolgte

Zwei Schriftstellerinnen, ein Jahrhundert und zwei Geschichten geprägt von Verfolgung und dem Gefühl des Eingesperrt-Seins. Ljudmila Petruschewskaja beschreibt in „Das Mädchen aus dem Hotel Metropol“ die Anfänge ihres Lebens bis in die ersten Berufsjahre als Journalistin in Moskau, die Rumänin Kristiane Kondrat hingegen beschäftigt sich in ihrem Roman „Abstufung dreier Nuancen von Grau“ mit der…

Reise aus der Vergangenheit: „Luftgänger“ von Jewgeni Wodolaskin

In Jewgeni Wodolaskins „Luftgänger“ (Aufbau Verlag) erwacht ein Mann ohne Erinnerung in einem Krankenhaus, nicht einmal mehr sein Name fällt ihm ein. Stück für Stück kehren dann allerdings Szenen aus seiner Vergangenheit zurück. Es entstehen Bilder von der Russischen Revolution, von Verfolgung und dem Gefängnis, von dem Lager. Innokenti Platonow begreift schnell, dass er ein…

Das Leben der Anderen: „Der traurige Gast“ von Matthias Nawrat

Im Februar 2019 wurde „Der traurige Gast“ von Matthias Nawrat bei Rowohlt veröffentlicht und danach pünktlich für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. von Natalia Prüfer Matthias Nawrat wurde in Polen (in der Stadt Opole) geboren, zog aber mit 10 Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Nawrat studierte Biologie in Heidelberg und nahm danach das Studium am…

„Übersehen“ von Nataliya Deleva

„Ich weiß nicht, ob es mir eines Tages gelingen wird, meine Kindheit zu verlassen. Zäher Nebel hat alle Wege nach vorn, alle Wege nach irgendwo, in Ungewissheit getaucht.“ von Annika Grützner Übersehen werden – ein Zustand oder auch ein Gefühl, das meist negativ ist. Manche wollen bewusst übersehen werden, manche finden sogar Gefallen daran, doch…

Ein Tag in Tbilissi: „Der Südelefant“ von Archil Kikodze

„Der Südelefant“ von Archil Kikodze (Ullstein) ist ein Kaleidoskop verschiedenster Erinnerungen und Lebensweisen. Als der namenlose Ich-Erzähler für einen alten Freund für einen Tag seine Wohnung verlässt, streift er durch die Straßen der georgischen Hauptstadt. Hier liegen zahlreiche Erinnerungen an Freundschaften und Familienmitglieder. Jede Straße hat eine Botschaft, jeder Platz lenkt ihn in die Vergangenheit….