Georgien. Eine literarische Reise Im Jahr 2017 reisten auf Einladung von Nino Haratischwili sechs georgische und sechs deutschsprachige AutorInnen in unterschiedlichen Regionen Georgiens. Diese Reiseeindrücke sind nun pünktlich zur Frankfurter Buchmesse zum Gastlandauftritt Georgiens in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen. „Reisen und Schreiben haben für mich etwas Wesentliches gemeinsam: die Verschiebung der Perspektive, etwas Neues zu erkennen….
Zwei Georgientitel: „Paradies am Rande Europas“ und „40 Tage Georgien“
Georgien: ein kleines Land im Kaukasus zwischen dem Meer und Bergen, zwischen Wäldern und Steppe. Nicht zuletzt durch die Einbindung als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse erfährt das Land in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit. Schon länger gilt Georgien als (Geheim-)Tipp für Touristen. Auch ich durfte Georgien im Frühling für 10 Tage bereisen und war sofort…
999 Zeilen: „Fahles Feuer“ von Vladimir Nabokov
Vladimir Nabokov gehört zu den einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts, nicht zuletzt durch seinen Roman „Lolita“. 1899 in St. Petersburg geboren, floh Nabokov gemeinsam mit seiner Familie vor der Oktoberrevolution nach Deutschland. Hier veröffentliche er seine ersten Romane und Kurzgeschichten, bis die Nationalsozialisten die Macht übernahmen und er mit seiner jüdischen Frau Véra in die…
Die estnische Bohème: „Das Höhlenvolk“ von Mihkel Mutt
„Möglicherweise wäre einem bei anständigem Nachdenken aufgefallen, dass von jetzt an das Umgekehrte natürlich war, dass der Untergang im Osten war, nicht im Westen, und dass es nicht um die Sonne ging, sondern um einen anderen Himmelskörper.“ Die Höhle: Für die Intellektuellen Estlands ist das Café in Tallinn über 50 Jahre hinweg der Treffpunkt. Hier…
Die Schmerzen des letzten Jahrhunderts: „Belladonna“ von Daša Drndic
„Ach, man sollte nicht einmal mehr darüber nachdenken, über die Mauer des Schweigens, die schwer auf seiner Brust liegt und ihm den Atem raubt, so viele haben das schon beschrieben, wie oft muss man das wiederholen, für wen?“ „Belladonna“ (Hoffmann und Campe) ist der letzte große Roman der kroatischen Autorin Daša Drndic, die in diesem…
„Unreife Früchte“ von Wioletta Greg
Das polnische Dorf Hektary der 80er Jahre ist ein verschlafenes Nest, an dem die meisten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Zeit unbeachtet vorbeigehen. Die Bewohner leben ihr ländliches Leben und jeder kennt jeden. In dieser Umgebung wuchs die heute in England lebende polnische Autorin Wioletta Greg auf und berichtet in „Unreife Früchte“ (C.H. Beck) in…
Władysław Panas: „Das Auge des Zaddik. Essay über Lublin“
Die wunderschöne polnische Stadt Lublin im Osten des Landes hat ein reiches jüdisches kulturelles Erbe, das sie aktuell sehr intensiv pflegt. Jakob Jizchak Horowitz, der berühmte Zaddik, genannt der „Seher von Lublin“, hat in dieser Stadt gelebt und gewirkt – ihm ist auch dieser Essay gewidmet. Der polnische Literaturwissenschaftler und wichtige Intellektuelle Władysław Panas (1947-2005)…
Sammelrezension: Weibliche Perspektiven
Diana Anfimiadi – Wahrsagen durch Marmelade (übersetzt von Tamar Kotrikadse) Wieser Verlag, 2018. Bittere Bonbons – Georgische Geschichten (Hrsg. Rachel Gratzfeld), editiom fünf, 2018. Deborah Feldman – Unorthodox (übersetzt von Christian Ruzicska) btb, 2017. Marina B. Neubert – Kaddisch für Babuschka. Aviva, 2018. Alma M. Karlin – Ein Mensch wird: Auf dem Weg zur Weltreisenden….
William Saroyan: „Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich. Storys“
Der Kurzgeschichtenband „Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich“ (dtv) des amerikanischen Autors William Saroyan versammelt Kurzgeschichten, die in den 30er Jahren, aber auch in den 40ern und 50ern in unterschiedlichen Sammelbänden und Zeitschriften erschienen sind. Als Sohn armenischer Emigranten wuchs Saroyan in Fresno, Kalifornien auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters und aufgrund der darauffolgenden prekären…
Dein Nachbar, dein Freund und Feind: „Farben der Nacht“ von Davit Gabunia
Davit Gabunia ist der Shootingstar der georgischen Literaturszene und gilt als wichtigster jüngerer Dramatiker seines Landes. Er übersetzte u. a. Shakespeare, Strindberg und die „Harry Potter“-Romane ins Georgische. Es ist daher wohl kein Wunder, dass sein Debütroman „Farben der Nacht“ (im Original „Daschla“) in seiner Heimat mit großem Interesse der Medien und des Publikums erwartet…