Lesetipps: dreimal Sachbuch

Sicher strebt es vielen in der aktuellen Zeit nach heiteren Lektüren, die Ablenkung versprechen, dennoch möchten wir euch im folgenden Beitrag kompakt drei Sachbücher vorstellen und empfehlen. von Annika Grützner Bogdan Musial: “Mengeles Koffer – Eine Spurensuche” (Osburg Verlag)Es soll die historische Entdeckung des neuen Jahrtausends werden: Über Bekannte erhält der deutsch-polnische Historiker und Autor…

Deutsch-tschechische Corona-Geschichten

Covid-19 fühlt sich mit der Zeit wie ein Traum an, der schleppend aber unabwendbar Wirklichkeit geworden ist. Der genaue Zeitpunkt, an dem das passiert ist, lässt sich kaum benennen. War es, als wieder freudige Diskussionen über das Wort Quarantäne auftauchten (Aussprache mit „k“ oder „kw“), als wieder erste Urlaube geplant wurden, oder als wir wieder…

Ein Leben in der gewählten Einsamkeit: “Wolgakinder” von Gusel Jachina

Der russischsprachigen Autorin Gusel Jachina gelang mit ihrem Debüt “Suleika öffnet die Augen” (Aufbau Verlag) über eine junge Frau, die in den 30er-Jahren nach Sibirien deportiert wird, ein Welterfolg. Ihr zweiter Roman “Wolgakinder” (Aufbau Verlag) versetzt die Leserinnen und Leser noch ein Stück weiter zurück in die Vergangenheit der Deutsch-Russischen Geschichte. 1916 führt der Schulmeister…

Ein Jahrhundert Geschichte: Erinnerungen und Biografien

Der Zweite Weltkrieg, die Zeit des Eisernen Vorhangs und zunehmende Globalisierung mit dem Zerfall alter Strukturen sind wiederkehrende Elemente in vielen Texten europäischer SchriftstellerInnen. In diesem Beitrag möchten wir euch drei aktuelle Werke vorstellen, in denen sich ihre VerfasserInnen mit der Geschichte fiktiver und realer Figuren auseinandersetzen. von Annika Grützner Der 1966 in Sarajevo geborene…

Zagreb, 1941 bis 1991: “Familienroman” von Ivana Sajko

“Ich habe drei Jahre meines eigenen Lebens gebraucht, um jene fünfzig kurz zusammenzufassen, die mir scheinbar überhaupt nicht widerfahren sind.” Mit diesen Worten beginnt die kroatische Autorin Ivana Sajko ihr Buch “Familienroman: Die Ereignisse von 1941 bis 1991 und darüber hinaus” (Verlag Voland & Quist, übersetzt von Alida Bremer). Sprunghaft beschreibt sie darin in kurzen…

Vom Fährtenlesen der Momente – Vladimíra Valová über das Wesen der Kurzgeschichte

Vladimíra Valová wurde 1978 in Třebíč, der Tschechischen Republik, geboren und arbeitet dort als Buchhändlerin. Ab 2009 schrieb sie Kurzgeschichten, von denen einige im Host-Magazin veröffentlicht wurden und arbeitete als Redakteurin einer Regionalzeitung. Im Jahr 2017 veröffentlichte sie ihre erste Kurzgeschichtensammlung, die 2018 unter dem Titel „Ins Landesinnere“ von Christina Frankenberg übersetzt wurde, und in der…

Die Liebe zur tschechischen Literatur: „Warten auf Kafka“ von Martin Becker

„Seit einiger Zeit begrüßt die offizielle Tourismusagentur Besucherinnen und Besucher mit einer einfachen Botschaft: „,Czech Republic – Land of Stories‘“. Was sind es nun für Geschichten, die das Land prägen? Wer sind die literarischen Köpfe der mitteleuropäischen Nation? von Annika Grützner  Martin Becker begibt sich in „Warten auf Kafka“ (Luchterhand) auf Spurensuche. Das Buch selbst…

Das Leben der Anderen: „Der traurige Gast“ von Matthias Nawrat

Im Februar 2019 wurde „Der traurige Gast“ von Matthias Nawrat bei Rowohlt veröffentlicht und danach pünktlich für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. von Natalia Prüfer Matthias Nawrat wurde in Polen (in der Stadt Opole) geboren, zog aber mit 10 Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Nawrat studierte Biologie in Heidelberg und nahm danach das Studium am…

Frauen, Lemberg und eine Glasmalerei: Żanna Słoniowskas „Das Licht der Frauen“

von Natalia Staszczak-Prüfer Żanna Słoniowska wurde 1978 im Lemberg geboren und verbrachte dort 24 Jahre ihres Lebens. Heute wohnt sie in Krakau, wo sie mit der Spezialisierung auf die Ukraine als Übersetzerin und Journalistin arbeitet. In ihrem Haus wurde schon immer Polnisch, Ukrainisch und Russisch gesprochen und obwohl die Autorin nie eine polnische Schule besuchte,…

Reise in die Vergangenheit: „Obolé“ von Aka Mortschiladse

„So ist das nun mal, erst kann ich ewig nicht herkommen, und wenn ich einmal da bin, will ich nicht wieder von hier weggehen.“ Aka Mortschiladses „Obolé“ (mitteldeutscher verlag) ist eine Reise in die Heimat. Als der in Tbilissi lebende Irakli die Nachricht erhält, dass das Dach seines leerstehenden Elternhauses droht, einzustürzen, reist er in seine…