Dein Nachbar, dein Freund und Feind: „Farben der Nacht“ von Davit Gabunia

Davit Gabunia ist der Shootingstar der georgischen Literaturszene und gilt als wichtigster jüngerer Dramatiker seines Landes. Er übersetzte u. a. Shakespeare, Strindberg und  die „Harry Potter“-Romane ins Georgische. Es ist daher wohl kein Wunder, dass sein Debütroman „Farben der Nacht“ (im Original „Daschla“) in seiner Heimat mit großem Interesse der Medien und des Publikums erwartet…

Lewan Berdsenischwili „Heiliges Dunkel. Die letzten Tage des Gulag.“: Beißende Knastprosa und feine Freundschaftsdenkmäler

Mit traumatischen Lebensereignissen umzugehen erfordert Kraft und Kreativität. Sie zu verarbeiten, unerschütterliche Zuversicht. Lewan Berdsenischwilis biografischer Rückblick in die prägende Inhaftierungszeit als politischer Strafgefangener des in Mordwinien gelegenen Baraschewoer DubrawLag, präsentiert hingegen treffend und beißend ein Zeitbild der inspirierendsten Menschen, „die der KGB so sorgfältig ausgesucht hat.“ Die aus freundschaftlichen Porträts bestehende Ereignisbiografie „Heiliges Dunkel….

Erholung im Krankenhaus: „Ich fahre nach Madrid“ von Naira Gelaschwili

„Die Sache ist eben die, dass das Ferne und Nächste – für die menschliche Seele, für unser Leben, zwei gleichermaßen unentbehrliche Phänomene sind, die einander nicht ersetzen können.“ Madrid: Sehnsuchtsort mit Sonne und Freiheit. Für Sandro Litscheli bedeutet die Stadt in Naira Gelaschwilis „Ich fahre nach Madrid“ eine ferne Träumerei, die nur gedanklich in Erfüllung…

Aufzeichnungen über zwei Leben im gemeinsamen Körper: „Einsame Schwestern“ von Ekaterine Togonidze

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn sich zwei Menschen von der Taille abwärts einen Körper teilen müssen und ihr ganzes Leben in dieser Verbundenheit miteinander verbringen? Der Roman „Einsame Schwestern“ (im Original „Asinkroni“) der georgischen Autorin Ekaterine Togonidze beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Die Protagonistinnen Lina und Diana sind siamesische Zwillinge. Gleich zu…

Chaotischer Klassiker: “Die Himmelblauen Berge” von Reso Tscheischwili

„Der Buchbranche geht es schlecht. Die Leute lesen nicht mehr“ – dies sind wohl die Sätze, die man in der Literaturbranche in den letzten Jahren immer wieder hört, nichts desto trotz gibt es sie noch; die mutigen Verlegerinnen und Verleger, die ihrem Herz und ihrer Leidenschaft folgen und trotz aller Schwierigkeiten versunkene Schätze der Weltliteratur…

Ein Briefroman und ein „Bestseller“ – Zwei Titel zu Georgien

„Lamaras Briefe oder vom Untergang des Kommunismus“ (Lichtig Verlag) von Helga Kurzchalia ist 2010 in Deutschland und 2014 in georgischer Übersetzung beim Siesta Publishers erschienen. Der Roman, der in Briefform geschrieben ist, umfasst die Zeit zwischen 1984-1996 – also die unmittelbaren Vor- und Nachwendejahre Deutschlands und Georgiens. Lamara schreibt herzerwärmende Briefe an ihren Sohn Dito…

Kurzgeschichten & Reportagen kurz vorgestellt

Refugees Worldwide: Literarische Reportagen Der 2017 im Wagenbach Verlag erschienene Reportagenband versammelt 14 literarische Reportagen aus 13 Ländern. Die AutorInnen nähern sich in diesem literarisch-journalistischen Genre den Themen wie Flucht, Krieg, Exil und Identität aus unterschiedlichen Perspektiven an. Jede Fluchtgeschichte ist eine individuelle Geschichte mit den individuellen Fluchtursachen, Schicksalen und Zukunftsperspektiven. Neben Nora Bossongs Text…

Kinder- und Märchenbücher aus Georgien und Polen

Kinder- und Märchenbücher aus Georgien: Schlaf gut (ძილი ნებისა) & Der König, der nicht lachen konnte – Märchen aus Georgien Das zweisprachige Kinderbuch „Schlaf gut“ (Baobab Books) von der georgischen Autorin und Illustratorin Tatia Nadareischwili ist eine besondere Ausgabe in vielerlei Hinsicht. Der Autorin, die für die LeserInnen von Read Ost bereits durch ihre Illustrationen für das Buch…

Zurab Karumidze – „Dagny oder ein Fest der Liebe“

Zurab Karumidze ist einer der wenigen Autoren in der georgischen Gegenwartsliteratur, der in seinen Texten nicht vor stilistischen und programmatischen Experimenten zurückschreckt, sondern zugleich als erster zeitgenössischer Autor in einer Fremdsprache ein Romanexperiment gewagt hat. Der in englischer Sprache verfasste Roman „Dagny or A Love Feast“ wurde 2011 im georgischen Verlag Siesta veröffentlicht. Die wunderbare…

Salome Benidze: „Die Stadt auf dem Wasser“

kurz & kritisch Das Buch „Die Stadt auf dem Wasser“ der jungen georgischen Autorin Salome Benidze kann sowohl als ein Roman als auch als eine Geschichtensammlung gelesen werden. Der Berliner AvivA Verlag, zu dessen Programm es gehört, den Frauen aus allen Künsten eine Stimme zu geben, veröffentlichte zur Vorbereitung zum Gastlandauftritt Georgiens auf der Frankfurter…