Kind der Kälte – der Überlebenskampf einer kirgisischen Migrantin

Vom Schreien fremder Kinder begleitet, richtet sich Ajka auf. Auch andere Frauen haben gerade ein Kind zur Welt gebracht. Grau, karg, trostlos, gar beklemmend ist dieser Ort. Benommen verlässt sie die Entbindungsstation. Sie lässt ihr Kind zurück. Von nun an ist Ajka eine kirgisische Migrantin auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben im weiß-kalten, laut-hektischen…

William Saroyan: „Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich. Storys“

Der Kurzgeschichtenband „Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich“ (dtv) des amerikanischen Autors William Saroyan versammelt Kurzgeschichten, die in den 30er Jahren, aber auch in den 40ern und 50ern in unterschiedlichen Sammelbänden und Zeitschriften erschienen sind. Als Sohn armenischer Emigranten wuchs Saroyan in Fresno, Kalifornien auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters und aufgrund der darauffolgenden prekären…

Sammelrezension: vier Titel kurz vorgestellt

Mitja Vachedin – Engel sprechen Russisch Mitja Vachedin ist ein zweisprachiger Autor – russisch und deutsch. „Engel sprechen Russisch“ ist sein erstes Buch in deutscher Sprache. Zuvor veröffentlichte er auf Russisch und wurde im russischsprachigen Raum gelesen und mit Preisen ausgezeichnet. Der autobiografisch gefärbte Roman kreist um den Haupthelden Mitja, der gemeinsam mit seiner Mutter…

Europas Familie: “Ein Krokodil für Zagreb” von Marina Achenbach

In ihrem Romandebüt „Ein Krokodil für Zagreb“ (Edition Nautilus) verarbeitet die in Berlin lebende Autorin Marina Achenbachs ihre eigene Familiengeschichte und führt die Leser von Zagreb nach Berlin, von Bosnien nach Wien und München. Der Roman spannt dabei einen geschichtlichen Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zerfall Jugoslawiens mit der Belagerung Sarajevos. Im Mittelpunkt stehen…

Ein Briefroman und ein „Bestseller“ – Zwei Titel zu Georgien

„Lamaras Briefe oder vom Untergang des Kommunismus“ (Lichtig Verlag) von Helga Kurzchalia ist 2010 in Deutschland und 2014 in georgischer Übersetzung beim Siesta Publishers erschienen. Der Roman, der in Briefform geschrieben ist, umfasst die Zeit zwischen 1984-1996 – also die unmittelbaren Vor- und Nachwendejahre Deutschlands und Georgiens. Lamara schreibt herzerwärmende Briefe an ihren Sohn Dito…

„Als flöge ein kleiner Vogel davon“: Marjana Gaponenko – „Annuschka Blume“

Die aus Odessa stammende deutschsprachige Autorin Marjana Gaponenko hat mittlerweile ihren dritten Roman mit dem Titel „Das letzte Rennen“ (C. H. Beck Verlag) veröffentlicht und wird im Feuilleton breit besprochen. Diese Buchbesprechung konzentriert sich allerdings auf ihr erstes Romanprojekt „Annuschka Blume“ aus dem Jahr 2010, das im österreichischen Residenz Verlag erschienen ist. Gaponenko ist mit…

„Ich weiß nicht, wohin es geht“: „Außer sich“ von Sasha Marianna Salzmann

Bis zu ihrem Debütroman „Außer sich“, der dieses Jahr beim Suhrkamp Verlag erschienen ist und gleich für den wichtigen Literaturpreis hierzulande, für den Deutschen Buchpreis, nominiert war, war Sasha Marianna Salzmann als Hausautorin im Berliner Maxim Gorki Theater bekannt. Wie die Vielzahl der Stücke des Gorki Theaters, so handelt auch der Roman von Salzmann von…