Beobachter der Vergänglichkeit

von Ricarda Fait Szczepan Twardoch führt in „Wale und Nachtfalter“ (Rowohlt Berlin) ein bohrendes Gespräch mit sich selbst über unsere groteske Welt und das rätselhafte Leben in ihr. Sein Nachdenken führt ihn immer wieder zu dem schonungslosen Schlusspunkt hinter allem: dem Tod. So offenbart er in dieseem sogenannten „Tagebuch vom Leben und Reisen“ ein gedankenversunkenes und…

Tagebuch der Identität: Rodica Draghincescus „Die Fee der Teufel“

Ein Schloss nahe Stuttgart, in dem auch Schiller zeitweilig lebte, eine einsame rumänische Autorin und ein Telefon, das niemals still zu stehen scheint: Rodica Draghincescus „Die Fee der Teufel“ (KLAK Verlag) ist ein turbulenter und teils autobiografischer Tagebuchroman. Es fehlt schwer, das Buch zusammenzufassen, denn hat man erst einmal den Zugang zum Text gefunden (oder…

Aufzeichnungen über zwei Leben im gemeinsamen Körper: „Einsame Schwestern“ von Ekaterine Togonidze

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn sich zwei Menschen von der Taille abwärts einen Körper teilen müssen und ihr ganzes Leben in dieser Verbundenheit miteinander verbringen? Der Roman „Einsame Schwestern“ (im Original „Asinkroni“) der georgischen Autorin Ekaterine Togonidze beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Die Protagonistinnen Lina und Diana sind siamesische Zwillinge. Gleich zu…

Boris Sawinkows „Das schwarze Pferd“: Die Seele des Russischen Bürgerkrieges

Boris Sawinkows „Das schwarze Pferd“ zeigt die Seele des Russischen Bürgerkrieges. Erstmals ist der Roman in der deutschen Übersetzung von Alexander Nitzberg  in diesem Jahr in Galiani Verlag erschienen und zeichnet die Szenen inmitten der Kämpfe. Boris Sawinkow bindet sich als Alter Ego, ein weißrussischer Offizier, ein, der in Tagebuchform von den Schlachten berichtet und…