66 Seiten „Baron Wenckheims Rückkehr“ von László Krasznahorkai

u1_978-3-10-002237-0Es gibt immer wieder Bücher, die herausfordern. Sei es das Genre, die Figuren oder der Schreibstil – jede neue Geschichte birgt ein Abenteuer. Dennoch kann es aber auch passieren, dass dieses Abenteuer scheitert, so geschehen mit mir und „Baron Wenckheims Rückkehr“ von László Krasznahorkai (S. Fischer Verlag). Der Klappentext ist schnell nacherzählt: Der ruhmreiche Baron Wenckheim kehrt in seine Heimat Ungarn zurück, doch diese ist nicht mehr das, was sie einmal war. Es herrscht Chaos und Unruhe, Budapest ist ein Hexenkessel. Klingt spannend? Oh ja! Diese Spannung hielt bei mir allerdings nur bis Seite 66 an. Dann klappte ich das Buch mit großem Bedauern, aber auch mit Erleichterung zu und beschloss, es nicht weiter zu lesen. Was war passiert?

Der Schreibstil des ungarischen Man Booker Prize-Preisträgers ist außergewöhnlich, denn der Autor beschreibt die Handlung in Sätzen, die teilweise über mehrere Seiten gehen. Ich bin ein großer Fan von Birgit Vanderbekes „Das Muschelessen“, indem alles über einen kontinuierlichen Gedankenstrom der Ich-Erzählerin gesteuert und erzählt wird, doch was hier funktioniert, führt in „Baron Wenckheims Rückkehr“ leider dazu, dass die Geschichte so künstlich in die Länge gestreckt und undurchsichtig wird, dass ich keinerlei Verbindung zum Geschehen oder den Protagonisten aufbauen konnte. Auf Seite 66 belief sich mein Wissenstand lediglich darauf, dass sich ein Vater in einem Wäldchen vor Budapest verschanzt und dessen Tochter nun die Journalisten über die Situation informiert und zum Schauplatz gebracht hatte. Und das war als Inhalt dieser nicht wenigen Seiten ehrlich gesagt ganz schön öde und senkte meine Motivation, weiterzulesen. Doch diese Rezension soll kein Verriss werden, denn ich bin durchaus der Überzeugung, dass viele an dem Buch Spaß haben werden, nur bei mir hat es dann eben doch nicht gepasst. Es gibt viele positive Rezensionen des Titels, u. a. sprach auch Denis Scheck eine Leseempfehlung aus. Und so verbleiben Baron Wenckheim und ich mit dem Gefühl, einfach nicht zueinander gefunden zu haben.

  • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten, 25 € (D)
  • Verlag: S. FISCHER; Auflage: 2 (26. September 2018)
  • Übersetzung: Christina Viragh
  • ISBN-13: 978-3100022370

von Annika

2 Comments Add yours

  1. Ich habe schon früher abgebrochen 😉

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    1. readost says:

      Vielen Dank für das Feedback! Bei den vielen positiven Stimmen im Netz war ich echt verunsichert …

      Liked by 1 person

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