Kochbuch: „Kaukasis“ von Olia Hercules

9783957281494Nach ihrem Erstling „Mamuschka“ (DK Verlag), in dem sich Olia Hercules überwiegend auf die Küche des osteuropäischen slawischen Raums konzentrierte, widmet sich nun die gebürtige Ukrainerin, die aktuell in London lebt und arbeitet, mit „Kaukasis“ (Knesebeck Verlag) der faszinierenden Küche von Georgien und Aserbaidschan. Rund 100 Rezepte hat sie auf ihrer Reise durch den Kaukasus gesammelt und liebevoll in einem wunderschön gestalteten Kochbuch herausgebracht. Diese kulinarische Reise durch Georgien und Aserbaidschan ist für den deutschen Buchmarkt mit Sicherheit ein Novum. Das Buch ist 2017 in London in englischer Sprache erschienen und nun auch in deutscher Übersetzung erhältlich.

6455In den einzelnen Kapiteln, die sich den vegetarischen Gerichten, Mehlspeisen, Suppen, Fleischgerichten und den „Süßen Sachen“ widmen, werden die georgischen und aserbaidschanischen Spezialitäten abwechselnd präsentiert. Die leckeren Rezepte werden hier in einer gut verständlichen Sprache geboten und mit wunderschönen Bildern versehen. Man findet hier sowohl die größten Klassiker der beiden Länder-Küchen wie Chinkali (gefüllte Teigtasche mit Käse), Dolma (Gefüllte Weinblätter) Chatschapuri (überbackenes Käsebrot), Chingal (aserbaidschanische Spezialität) oder Saziwi (Huhn in Wallnusssauce) als auch Speisen, die man bestimmt erst durch aufwändige Recherche vor Ort ausfindig machen kann. Man wundert sich darüber, wie sorgfältig die Rezepte ausgesucht und zusammengetragen wurden, wenn man Rezepte wie Ekala Pchali – Wildpflanze aus Georgien mit mild-säuerlichem Geschmack – die sicherlich nicht jeder Georgier kennt, findet. 

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Olia Hercules und die georgischen Köchinnen beim Zubereiten 
von Chinkali.

Olia Hercules ist selbst in den vielen Regionen von Georgien und Aserbaidschan umhergereist, hat viele Gespräche mit den Menschen dort geführt und sich sowohl von den professionellen Köchen als auch von den georgischen Hausfrauen, die der Autorin ihre kulinarische Familientradition eröffnet haben, inspirieren lassen. 

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Badrijani Nigwzit (Auberginen in Wallnusspaste)

Wie die Autorin selbst auch anmerkt, dominiert der Teil mit den vegetarischen Speisen im Buch, weil insbesondere die georgische Küche eine breite Palette an Rezepten mit diversen Gemüsesorten bietet. Lobenswert ist das Verdienst der Autorin trotzdem, auch dann, wenn man als Georgierin gerne einige Speisen mehr im Buch sehen würde und zugleich nicht das Bedauern von Olia Hercules nachvollziehen kann, wenn sie über den Mangel an kaukasischen Dessert spricht. Jenseits der sowjetischen Kuchensorten, hat beispielsweise die georgische süße Küche etliche Leckereien wie Gozinaki (süße Nuss-Honig-Speise), Tschurtschchela (Nüsse in Traubensaftmantel) oder Pelamuschi (Traubensaftdessert) zu bieten. Trotzdem entdeckt man auch in diesem Teil des Buches Leckereien wie „Lilianas Zitronen-Karamell-Kuchen“, den man sofort nachbacken möchte. Gerne verzeiht man der Autorin dann auch Salatrezepte mit Chicorée oder Brote mit Pfirsichstückchen, die sicherlich nicht ein Teil der kaukasischen Kulinarik sind. Die ukrainische Herkunft der Autorin zeigt sich außerdem in einigen Rezepten, die ebenfalls nicht direkt mit dem Schwerpunkt des Buches zu verbinden sind, aber sicherlich auch ausprobiert werden können.

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Das Buch ist mit einem umfangreichen Register ausgestattet und der besonders wissbegierige Leser findet am Ende des Buches außerdem kurze Zusammenfassung zu den georgischen und aserbaidschanischen Grundzutaten.

Guten Appetit!

P.S.:
Bei uns werden möglichst bald diese beiden Rezepte als erstes ausprobiert – Anikos Estragonkuchen und Gias Pilze mit Ei.

 

Chingal

 

von Irine

Olia Hercules (2018): Kaukasis. Eine kulinarische Reise durch Georgien und Aserbaidschan. München: Knesebeck Verlag.

 

 

 

 

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