„Wir sprechen osteuropäisch“: Interview mit ostPost Berlin

ostPost Berlin ist einer der Hotspots für osteuropäische Kultur und Literatur in Berlin. In dem liebevoll eingerichteten Café in der Choriner Str. 84 gibt es neben Kaffee, Tee und Leckereien auch Bücher und Kunsthandwerk zu erwerben. Außerdem lockt das Team regelmäßig mit spannenden Events rund um Sprache und Kultur in ihre Räume in Berlin-Mitte. Neugierig geworden? Wir durften Luba, der Gründerin von ostPost, ein paar Fragen stellen.

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  1. Wer seid ihr? 
    Wir sind ein bunt gemischtes Team: eine Russin, zwei Deutsche, eine Polin und sogar eine Vietnamesin! Aber alle mit Liebe für Osteuropa. Einige lernen eine osteuropäische Sprache, andere verreisen einfach gerne, andere kommen aus dem Osten. Ich, die Gründerin von ostPost, komme selbst aus Wladiwostok, Russland und studierte in Wladiwostok und Cottbus (Brandenburg). Danach machte ich sehr unterschiedliche Erfahrungen in der Hotelbranche, auf Filmfestivals und in der Projektorganisation. Es war aber immer mein Wunsch irgendwas Eigenes auf die Beine zu stellen, so entstand auch die ostPost.
  2. Wofür steht ostPost?
    ostPost versteht sich als eine kleine Oase für Osteuropäer und Liebhaber von Osteuropa in Berlin. Man trifft hier eigene Landsleute, trinkt einen Kaffee, kauft ein Buch in der Muttersprache bzw. besucht eine der Veranstaltungen mit Osteuropa-Bezug.  ostPost als Name stammt aus einem Begriff, den es in der Zeit des getrennten Deutschlands gab. Briefe, Postkarten aus dem Osten, aus der DDR nach Westdeutschland hießen damals so.(c)KateSeabrook_PK
  3. Was kann man bei euch erleben?
    Neben dem Cafébereich sind wir eine ganz „normale“ Buchhandlung, in der man Bücher kaufen und bestellen kann. Bei uns kann man alle lieferbaren Titel in Deutschland erwerben. Wir sind auch schon mittlerweile berühmt dafür, dass wir das gewünschte Buch aus Osteuropa auch immer bekommen können. Daher bestellen viele sehr gerne Bücher bei uns, die sie sonst in Deutschland nicht finden können. Außerdem ist ostPost ein Veranstaltungsort – von Basteln bis zur Lesung, von Tandemtreffen bis zum Gründerseminar. Fast alle diese Veranstaltungen haben einen osteuropäischen Fokus bzw. finden in einer osteuropäischen Sprache statt.
  4. Was ist dein Literaturtipp aus Mittel-und Osteuropa?
    Luba: „Literaturtipps sind natürlich immer eine Geschmackssache. Ich lese gerade „Wir“ von Samjatin und finde es super spannend!“
    Peri: „Der Balkan: vor allem Bosnien, Albanien und Kosovo. Wunderschöne Natur, starker Kaffee, das beste Essen und verdammt freundliche Menschen.“
    Gabi: „Dostojewski und Chechow gehen immer, aber eins meiner Lieblingsbücher ist vom tschechischen Autoren Milan Kundera: „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Wenn es was Modernes sein soll, kann ich „Morphin“ von Szczepan Twardoch empfehlen. Mein Lieblingsreiseziel ist Krakau und dort vor allem das jüdische Viertel Kazimierz, wo man noch ein Gefühl für die Melancholie des Ostens bekommen kann, wenn man Glück hat. Die Hauptstädte Budapest, Prag und Warschau darf man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Budapest ist definitiv das Paris des Ostens.“ostPost_hinten_skaliertCopyright der Fotos: ostPost, Kate Seabrook

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