„Das Hühnerparadies“ des Rumänen Dan Lungu erschien im Original 2004 und im Residenz Verlag 2007. Der „falsche Roman aus Gerüchten und Geheimnissen“ gibt Einblicke in das Leben einer postkommunistischen Provinzstadt. Was kann sich hier schon alles in einer ruhigen Straße abspielen? Sehr vieles! Denn zwischen den alten Schuppen und neuen Wohngebieten trifft man sich nicht…
Die bulgarische Dystopie: “Die Farben des Grauens” von Jordan Iwantschew
Rot wie Blut und schwarz wie die Nacht: In “Die Farben des Grauens“ (Dittrich Verlag) entwirft der bulgarische Autor Jordan Iwantschew eine dystopische Zukunftsversion Bulgariens, das nach einer schweren Wirtschaftskrise und Unruhen nicht mehr existiert. Sofia, 2002: Die verbliebenen Einwohner kämpfen zwischen Trümmern um ihr Überleben. Die Nahrungsmittel sind knapp und durch die Blockaden in…
Szenen inmitten des Krieges: “Abzählen” von Tamta Melaschwili
Das literarische Debüt „Abzählen“ der georgischen Autorin und Frauenrechtlerin Tamta Melaschwili (großartig übersetzt von Natia Mikeladze-Bachsoliani) aus dem Unionsverlag ist kein gewöhnlicher Roman über den Krieg. Im Mittelpunkt stehen hier nicht die Soldaten an der Front oder die Politiker dahinter, sondern der Alltag dreier dreizehnjähriger Mädchen, die in Georgien leben und sich in ihrer vom…
Suizid als eine Art Familientradition: Natascha Wodin „Sie kam aus Mariupol“
Die literarische Tätigkeit der Autorin Natascha Wodin nimmt ihren Anfang in den 80er Jahren. 1983 ist ihr erster Roman „Die gläserne Stadt“ erschienen. Dann folgten zwar weitere Veröffentlichungen, doch die breite Leserschaft erreichte die Autorin erst mit ihrem aktuellen Roman „Sie kam aus Mariupol“ (Rowohlt Verlag, 2017). Für dieses autobiografische Buch wurde sie dieses Jahr…
Kafkaeskes Schachspiel: “Sopotin” von Dana Todorović
“Wohl dem, der sich einen Weg nach Logowskoj selbst ebnet und durch das wundersame Fenster den Nullpunkt der Wirklichkeit erspäht, wo Dualitäten aufhören, zu existieren, und das Leben zu seinem ursprünglichen Sinn zurückkehrt, wo es keine Wut, Schuld, Reue, Enttäuschung gibt und keine verpassten Gelegenheiten oder nicht erlebte Augenblicke, und wo der menschliche Geist ungehemmt…
Literarische Reise in Georgien: Das Internationale Literaturfestival in Tbilisi und das deutschsprachige Programm
Im Rahmen des Deutsch-Georgisches Jahr 2017/საქართველო-გერმანიის წელი 2017 präsentierte dieses Jahr das Internationele Literaturfestival in Tbilisi ein spannendes und umfangreiches Programm zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. AutorInnen aus Österreich und Deutschland lasen im Goethe-Institut-Georgien, im wunderschönen Schriftstellerhaus und im Literarischen Museum in Tbilisi aus ihren alten und neuen Romanen/Stücken und machten das georgische und internationale Publikum mit den…
Sammlung tschechischer Kurzgeschichten: “Die letzte Metro”
Mit „Die letzte Metro“ präsentieren die Herausgeber Martina Lisa und Martin Becker gemeinsam mit dem Verlag Voland & Quist eine vielfältige Sammlung an zeitgenössischer tschechischer Literatur. Neben Kurzgeschichten findet man in der Anthologie auch Gedichte, Songtexte und experimentelle Texte, die den 18 jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Stimme geben. Als „eigenwillig“ betitelt der Verlag die…
Bulgarische zeitgenössische Literatur: der eta Verlag
Der erst 2016 von der aus Bulgarien stammenden Medienwissenschaftlerin und Übersetzerin Petya Lund gegründete eta Verlag hat es sich zum Ziel gemacht, zeitgenössische bulgarische Literatur auch im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen. Mit Ivan Landzhevs “Wir Mansardenmenschen” und Emanuil A. Vidinskis “Par Avon” sind bisher zwei Gedichtbände erschienen, die zeigen, wie viel Leidenschaft und Liebe…
“Einstiegsdroge” in die rumänische Literatur: Mircea Cărtărescus “Die schönen Fremden”
„Die schönen Fremden“, „Anthrax“ und „Wie von Bacovia“: Der rumänische Schriftsteller Mircea Cărtărescu versammelt in seiner Kurzgeschichtensammlung „Die schönen Fremden“ (Zsolnay) aus dem Frühjahr 2016 einen wilden Mix aus Schriftsteller(selbst-)kritik, Franzosenbashing, Vorurteilen gegenüber Rumänien und sehr viel Humor. Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund und lässt die Leser an drei Stationen seines…
„Die Verschwörung der Fahrradfahrer“ von Svetislav Basara
Svetislav Basaras „Die Verschwörung der Fahrradfahrer“ (Dittrich Verlag) erschien vor 20 Jahren in Jugoslawien und mauserte sich hier schnell zum Kultroman. Trotz des großen Erfolges in der Heimat dauerte es nach der Übersetzung von dem „Führer in die innere Mongolei“ 2008 im Antje Kunstmann Verlag noch bis 2014, bis der Dittrich Verlag den serbischen Autor…